„Ur-Deutscher"
NS-VokabularNutzungshäufigkeit
Dieser Graph zeigt das Wiederaufleben eines historisch belasteten Begriffs: populär während der NS-Diktatur (1933–1945), nach 1945 tabuisiert, bis zur belegten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart. Dieses Doppel-Gipfel-Muster ist unser Kernkriterium.
Die Nationalsozialisten nutzten den Begriff "Ur-Deutscher" gezielt zur Konstruktion einer vermeintlich reinen, arischen Rasse. Diese Ideologie diente als Grundlage für die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten, insbesondere von Juden. Zahlreiche NS-Schriften und Propagandafilme bedienten sich des Bildes des "Ur-Deutschen", um eine homogene Volksgemeinschaft zu propagieren und den Rassenwahn zu schüren. Historiker wie Björn Onken belegen die Instrumentalisierung des Begriffs im Nationalsozialismus und seine Funktion als identitätsstiftender Mythos für die NS-Ideologie. Das Georg-Eckert-Institut (GEI) für internationale Schulbuchforschung thematisiert die Rolle solcher Geschichtsmythen in Schulbüchern und deren Einfluss auf das Geschichtsbewusstsein.