„Volkstod"
NS-VokabularNutzungshäufigkeit
Dieser Graph zeigt das Wiederaufleben eines historisch belasteten Begriffs: populär während der NS-Diktatur (1933–1945), nach 1945 tabuisiert, bis zur belegten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart. Dieses Doppel-Gipfel-Muster ist unser Kernkriterium.
Der Begriff "Volkstod" wurde im Nationalsozialismus verwendet, um die Bevölkerungspolitik und "Rassenhygiene" zu begründen (Petersen & Hindemith). Die NS-Ideologie konstruierte eine "Volksgemeinschaft", die dem "Volkstod" als Ideal entgegengestellt wurde. Die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur wurden als "dysgenisch" dargestellt und als Entwicklungen der "Dekadenz", die auf eine "rassische Apokalypse" zulaufe. Der Begriff diente dazu, biologistische Vorstellungen von Mutterschaft und Vaterschaft in einer rassistischen "homogenen Gemeinschaft" zu verankern (Krüger). Auch nach 1945 wurde der Begriff in rechtsextremen Kreisen verwendet, um gegen "fremde Mächte" zu hetzen, die angeblich auf den "Volkstod" hinarbeiten (Botsch & Kopke).