„Überfremdung"
NS-kontaminiertNutzungshäufigkeit
Für diesen Begriff ist das typische Doppel-Gipfel-Muster (NS-Zeit → tabuisiert → Reaktivierung) in den Nutzungsdaten nicht eindeutig nachweisbar. Die Aufnahme stützt sich stattdessen auf die historische Provenienz, belegte Einzelverwendungen oder die ideologische Funktion — siehe Abschnitte „Hintergrund" und „Strategische Funktion".
Der Begriff "Überfremdung" wurde im Nationalsozialismus gezielt eingesetzt, um rassistische Ideologien zu verbreiten und die Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten zu legitimieren (Benz, Wolfgang: Was ist Antisemitismus? Bundeszentrale für politische Bildung, 2004). Die NS-Propaganda nutzte den Begriff, um Ängste vor einer angeblichen "Rassenschande" und dem Verlust der "Volksgesundheit" zu schüren (Aly, Götz: Hitlers Volkstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. S. Fischer Verlag, 2005). Auch wenn der Begriff nicht ausschließlich im NS geprägt wurde, so wurde er doch in dieser Zeit ideologisch aufgeladen und rassistisch verzerrt, was ihn bis heute NS-kontaminiert macht (Wippermann, Wolfgang: Wer hat Angst vor dem Volkstod?. Eine Kritik des Überfremdungsdiskurses. Elefanten Press, 1997).