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Fremd im eigenen Land"

NS-kontaminiert
Von: Vertreter der AfD und der Neuen Rechten

Nutzungshäufigkeit

Fremd im eigenen Land"
Einordnung

Für diesen Begriff ist das typische Doppel-Gipfel-Muster (NS-Zeit → tabuisiert → Reaktivierung) in den Nutzungsdaten nicht eindeutig nachweisbar. Die Aufnahme stützt sich stattdessen auf die historische Provenienz, belegte Einzelverwendungen oder die ideologische Funktion — siehe Abschnitte „Hintergrund" und „Strategische Funktion".

Entartete Kunst (Graph)Gesundes Volksempfinden (Graph)
HintergrundDer Begriff hat eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, wo er oft im Kontext nationaler Identitätsfindung und Abgrenzung verwendet wurde. Während der NS-Zeit wurde der Begriff pervertiert und rassistisch instrumentalisiert, um Minderheiten auszugrenzen und zu stigmatisieren. Nach 1945 wurde der Begriff unter anderem von Minderheiten und in wissenschaftlichen Debatten genutzt, bevor er in den letzten Jahrzehnten verstärkt von rechtspopulistischen und rechtsextremen Bewegungen vereinnahmt wurde. Diese nutzen den Begriff, um Ressentiments gegen Migranten und andere Minderheiten zu schüren und ein homogenes, vermeintlich 'deutsches' Volkstum zu beschwören. Die Verwendung des Begriffs impliziert oft eine essentialistische Vorstellung von 'Deutschsein', die kulturelle Vielfalt und Migration als Bedrohung wahrnimmt.
KontextDer Begriff wird heute vor allem von rechtsgerichteten Parteien und Gruppierungen verwendet, um ein Gefühl der Entfremdung und Ausgrenzung bei vermeintlich 'biodeutschen' Bürgern zu schüren. So wird beispielsweise argumentiert, dass die deutsche Kultur und Identität durch Zuwanderung und 'Überfremdung' bedroht seien, was dazu führe, dass sich 'echte' Deutsche im eigenen Land nicht mehr zu Hause fühlen würden. Diese Rhetorik findet sich häufig in den Reden und Schriften von Vertretern der AfD und der Neuen Rechten.
Einordnung

Die NS-Ideologie nutzte den Begriff, um eine völkische Reinheit zu propagieren und Minderheiten wie Juden und Sinti und Roma auszugrenzen. Die systematische Verwendung solcher Begriffe in der NS-Propaganda diente der Diffamierung und Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Die Instrumentalisierung des Begriffs diente dazu, eine homogene 'Volksgemeinschaft' zu konstruieren und Andersdenkende oder 'Fremde' zu stigmatisieren. Die Verwendung des Begriffs in der Nachkriegszeit, insbesondere durch rechtsextreme Gruppierungen, setzt diese Tradition der Ausgrenzung und Diskriminierung fort.

Strategische Funktion

1. AUSGRENZUNG: Der Begriff dient dazu, eine klare Trennlinie zwischen 'echten' Deutschen und 'Fremden' zu ziehen, wodurch eine 'Wir-gegen-Die'-Mentalität gefördert wird. Dies kann zu sozialer Spaltung und Feindseligkeit gegenüber Minderheiten führen.
2. MOBILISIERUNG: Durch die Beschwörung eines Gefühls der Bedrohung und des Verlusts der eigenen Identität sollen Wähler mobilisiert und an rechtspopulistische Parteien gebunden werden. Der Begriff erzeugt eine emotionale Reaktion, die rationale Argumente oft überlagert.
3. NORMALISIERUNG: Die Verwendung des Begriffs in vermeintlich harmlosen Kontexten trägt dazu bei, rassistische und ausgrenzende Denkmuster in der Gesellschaft zu normalisieren. Dies kann langfristig zu einer Akzeptanz von Diskriminierung und Gewalt führen.

Quellen & Belege

Wikipedia-Artikel: Fremd im eigenen Land
bpb — Fremd im eigenen Land? Ostdeutsche als Migrant:innen? Eine skeptische Entgegnung. Freitag — Fremd im eigenen Land – Der Film Rheinland Heimatkunde — Fremd im eigenen Land HSozKult — “Fremd im eigenen Land“: Diasporic cultures – diasporic mentalities? Universität Göttingen — ZAKN_Tagungsbericht_2008.pdf Demokratie Geschichten — „Fremd im eigenen Land“ – Rechtsextreme Anschläge in den 1990er Jahren I Medimops — Fremd im eigenen Land GSI — fremd-im-eig-2.pdf BoD — Fremd im eigenen Land Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus bpb: Vokabeln im Nationalsozialismus Campact Blog: Nazi-Sprech WirtschaftsWoche: Nazi-Wörter Wikipedia: Sprache des Nationalsozialismus Geschichte Abitur: Sprache im Nationalsozialismus Chrismon: AfD-Sprache zeigt Nähe zum Rechtsextremismus Wikipedia: Glossary of Nazi Germany Spiegel Online: Wie die AfD unsere Sprache nach rechts verschiebt Esquire: Vorsicht, Nazi-Vokabular! Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Vortrag) Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3) bpb: Zehn Stigmavokabeln SRF Kultur: Wörter des Grauens Wikipedia: Nazi-Vergleich Babbel Magazin: Rassistische Wörter und Redewendungen Focus Online: Nazi-Sprache Deutschlandfunk: Die Sprache der AfD Rolling Planet: Vorsicht vor Wörtern aus der NS-Zeit Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe Zeit Online: NS-Rhetorik der AfD Heuler Magazin: Redewendungen aus der Nazi-Zeit
1 Person mit 1 belegter Erwähnung
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