„Ethnopluralismus"
NS-VokabularNutzungshäufigkeit
Dieser Graph zeigt das Wiederaufleben eines historisch belasteten Begriffs: populär während der NS-Diktatur (1933–1945), nach 1945 tabuisiert, bis zur belegten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart. Dieses Doppel-Gipfel-Muster ist unser Kernkriterium.
Obwohl der Begriff 'Ethnopluralismus' nicht direkt aus der NS-Zeit stammt, transportiert er völkische Vorstellungen, die im Nationalsozialismus eine zentrale Rolle spielten. Die NS-Ideologie basierte auf der Vorstellung einer 'Volksgemeinschaft', die durch rassische Reinheit und kulturelle Homogenität definiert war. Der Ethnopluralismus knüpft an diese Vorstellung an, indem er die 'Reinheit' der Kulturen betont und vor 'Vermischung' warnt. Diese Argumentation dient dazu, rassistische und fremdenfeindliche Positionen zu legitimieren, ohne offen biologistische Rassebegriffe zu verwenden. Akademische Auseinandersetzungen, beispielsweise von Alexander Häusler, zeigen die ideologischen Parallelen und Kontinuitäten zwischen Ethnopluralismus und NS-Gedankengut (Häusler, A. (2012). Rechtsextremismus. transcript Verlag).