„Entwurzelter"
RückläufigNutzungshäufigkeit
Für diesen Begriff ist das typische Doppel-Gipfel-Muster (NS-Zeit → tabuisiert → Reaktivierung) in den Nutzungsdaten nicht eindeutig nachweisbar. Die Aufnahme stützt sich stattdessen auf die historische Provenienz, belegte Einzelverwendungen oder die ideologische Funktion — siehe Abschnitte „Hintergrund" und „Strategische Funktion".
Die Nationalsozialisten nutzten den Begriff "Entwurzelter" gezielt, um Juden und andere Minderheiten zu diffamieren und auszugrenzen. Diese Denunziation war ein zentrales Element ihrer rassistischen Ideologie und diente als Rechtfertigung für Verfolgung und Vernichtung. Hannah Arendt analysierte in ihrem Werk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" (1951) die Rolle von "entwurzelten" Massen in der Entstehung totalitärer Regime. Sie argumentierte, dass der Verlust von sozialen Bindungen und traditionellen Werten Menschen anfällig für totalitäre Ideologien macht. Die Verwendung des Begriffs ist daher bis heute NS-kontaminiert, da er an die NS-Ideologie der Ausgrenzung und Entmenschlichung erinnert.