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Endsieg"

Rückläufig
Von: Adolf Hitler (NSDAP), Joseph Goebbels (NSDAP), Heinrich Himmler (NSDAP)
Datum: 1945

Nutzungshäufigkeit

Endsieg"
Einordnung

Für diesen Begriff ist das typische Doppel-Gipfel-Muster (NS-Zeit → tabuisiert → Reaktivierung) in den Nutzungsdaten nicht eindeutig nachweisbar. Die Aufnahme stützt sich stattdessen auf die historische Provenienz, belegte Einzelverwendungen oder die ideologische Funktion — siehe Abschnitte „Hintergrund" und „Strategische Funktion".

Endkampf (Graph)Entwurzelter (Graph)
HintergrundDer Begriff "Endsieg" wurde bereits im Ersten Weltkrieg als Kurzwort für den endgültigen Sieg der eigenen Truppen verwendet. Im Nationalsozialismus wurde er zu einer zentralen Beschwörungsformel, um die Bevölkerung und die Soldaten trotz zunehmender Verluste und Rückschläge zum Durchhalten zu bewegen. Nach dem Wendepunkt des Krieges in Stalingrad und der Ausrufung des totalen Krieges wurde der Begriff instrumentalisiert, um die Opferbereitschaft aufrechtzuerhalten. Nach 1945 verschwand der Begriff weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs, erlebte aber in den letzten Jahren eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen. Dort wird er genutzt, um eine vermeintliche Überlegenheit der eigenen Ideologie zu betonen und die Anhänger zu mobilisieren. Die Verwendung des Begriffs dient dazu, eine Kontinuität zur NS-Zeit herzustellen und die eigenen Ziele als unausweichlich darzustellen.
KontextDer Begriff "Endsieg" wurde von NS-Propagandisten bis zum bitteren Ende des Zweiten Weltkriegs verwendet, um die Bevölkerung zum Durchhalten zu bewegen. Selbst als die militärische Niederlage Deutschlands unausweichlich war, beschworen Adolf Hitler, Joseph Goebbels und Heinrich Himmler den bevorstehenden "Endsieg". Kreisleiter Höllfritsch beschwor den Endsieg bis April 1945. Der "Fränkische Anzeiger" berichtete über Treue-Versammlungen und die angebliche Steigerung der seelischen Kraft der Menschen durch die Aufklärung über den Endsieg. Joseph Goebbels geiferte: „Wir wollen lieber sterben als kapitulieren“.
Einordnung

Der Begriff "Endsieg" ist untrennbar mit der NS-Ideologie verbunden und diente als zentrales Element der Durchhaltepropaganda. Er wurde von Adolf Hitler, Joseph Goebbels und anderen NS-Größen verwendet, um die Bevölkerung bis zum Schluss zum Widerstand zu bewegen (vgl. Longerich, Peter: Goebbels. Eine Biographie. München: Siedler, 2010). Die Verwendung des Begriffs ist somit ein klarer Beleg für eine Kontinuität zur NS-Zeit und eine Verharmlosung der NS-Verbrechen. Die Instrumentalisierung des Begriffs "Endsieg" ist ein Beispiel für die nationalsozialistische Propaganda und ihre menschenverachtenden Ziele (vgl. Benz, Wolfgang: Dimension des Völkermords. Die nationalsozialistische Judenverfolgung im Urteil deutscher Geschichtsschreiber. München: Oldenbourg, 1991).

Strategische Funktion

1. MOBILISIERUNG: Der Begriff "Endsieg" dient der Mobilisierung der eigenen Anhänger, indem er ihnen ein Gefühl der Überlegenheit und Unbesiegbarkeit vermittelt. Dies soll die Bereitschaft zu Gewalt und zur Durchsetzung der eigenen Ziele erhöhen.
2. LEGITIMATION: Durch die Beschwörung eines "Endsieg" werden die eigenen Handlungen als notwendig und gerechtfertigt dargestellt, auch wenn sie mit Leid und Zerstörung verbunden sind. Dies dient der Rechtfertigung von Gewalt und der Unterdrückung Andersdenkender.
3. ERSCHWERNIS DER AUSEINANDERSETZUNG: Die Verwendung des Begriffs "Endsieg" erschwert eine rationale Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen, da er eine ideologische Verblendung erzeugt und Kritik als Verrat darstellt. Dies führt zu einer Verhärtung der Fronten und einer Eskalation von Konflikten.

Quellen & Belege

Wikipedia-Artikel: Endsieg
Learnattack.de — Endsieg Uni Graz — PDF-Dokument zur NS-Zeit Rothenburg unterm Hakenkreuz — Endsieg-Propaganda Deutschlandfunk — Geschichte: Auf verlorenem Posten für den Endsieg taz — Historiker über Albert Speer: „Er tat alles für den Endsieg“ Gedenkstätte Buchenwald — Zwangsarbeiter für den Endsieg CA-IRA — Flugschriften (PDF) Adolf Hitler — Zitat über den Verlust des Volkes Joseph Goebbels — Zitat über Sterben statt Kapitulation Heinrich Himmler — Durchhalteparolen Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus bpb: Vokabeln im Nationalsozialismus Campact Blog: Nazi-Sprech WirtschaftsWoche: Nazi-Wörter Wikipedia: Sprache des Nationalsozialismus Geschichte Abitur: Sprache im Nationalsozialismus Chrismon: AfD-Sprache zeigt Nähe zum Rechtsextremismus Wikipedia: Glossary of Nazi Germany Spiegel Online: Wie die AfD unsere Sprache nach rechts verschiebt Esquire: Vorsicht, Nazi-Vokabular! Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Vortrag) Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3) bpb: Zehn Stigmavokabeln SRF Kultur: Wörter des Grauens Wikipedia: Nazi-Vergleich Babbel Magazin: Rassistische Wörter und Redewendungen Focus Online: Nazi-Sprache Deutschlandfunk: Die Sprache der AfD Rolling Planet: Vorsicht vor Wörtern aus der NS-Zeit Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe Zeit Online: NS-Rhetorik der AfD Heuler Magazin: Redewendungen aus der Nazi-Zeit
4 Personen mit 4 belegten Erwähnungen
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