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Völkisch"

NS-kontaminiert
Von: AfD, Pegida, Rechtsextreme
Datum: Kontinuierlich (moderne Verwendung)

Nutzungshäufigkeit

Völkisch"
Einordnung

Für diesen Begriff ist das typische Doppel-Gipfel-Muster (NS-Zeit → tabuisiert → Reaktivierung) in den Nutzungsdaten nicht eindeutig nachweisbar. Die Aufnahme stützt sich stattdessen auf die historische Provenienz, belegte Einzelverwendungen oder die ideologische Funktion — siehe Abschnitte „Hintergrund" und „Strategische Funktion".

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HintergrundDer Begriff "völkisch" bezeichnet eine radikal-nationalistische Ideologie, die das eigene "Volk" als ethnisch reine Gemeinschaft verabsolutiert. Ursprünglich im 19. Jahrhundert entstanden, erfuhr der Begriff im Nationalsozialismus eine verhängnisvolle Instrumentalisierung. Adolf Hitler beanspruchte in „Mein Kampf“ die Alleinvertretung in Sachen „völkisch“ für die NSDAP. Die Parteizeitung der NSDAP trug den Namen „Völkischer Beobachter“. Im NS-Staat wurde der Begriff oft synonym mit „nationalsozialistisch“ verwendet und diente zur Ausgrenzung und Entrechtung von Minderheiten. Nach 1945 blieb der Begriff aufgrund seiner NS-Vergangenheit belastet, wird aber von Rechtsextremen und Rechtspopulisten weiterhin genutzt, um eine vermeintliche ethnisch-kulturelle Homogenität zu beschwören und gegen "Fremde" zu hetzen. Das Wort Volk stammt vom althochdeutschen «folc» (= Haufen, Kriegsschar) und wurde laut Grimm’schen Wörterbuch (1926) bis zur Neuzeit als allgemeiner Ausdruck für Soldat:innen, Truppen, Heer verwendet.
KontextDie AfD, Pegida und rechtsextreme Akteure nutzen den Begriff kontinuierlich zur Abgrenzung von Minderheiten und zur Markierung einer ethnisch-kulturellen Identität.
Einordnung

Der Begriff wurde im Nationalsozialismus ideologisch aufgeladen und zur Rechtfertigung von Rassenideologie und Ausgrenzung missbraucht. Die Verwendung des Begriffs ist daher NS-kontaminiert, auch wenn er älteren Ursprungs ist.

Strategische Funktion

1. ABGRENZUNG: Durch die Betonung einer vermeintlichen ethnischen und kulturellen Homogenität wird eine klare Grenze zwischen "Wir" und "Die Anderen" gezogen. Dies dient dazu, eine homogene "Volksgemeinschaft" zu konstruieren und Minderheiten auszugrenzen.
2. DELEGITIMIERUNG: Kritiker und Andersdenkende werden als "nicht-völkisch" oder "undeutsch" diffamiert und somit aus der vermeintlichen "Volksgemeinschaft" ausgeschlossen. Dies dient dazu, die öffentliche Meinung zu manipulieren und Kritik zu unterdrücken.
3. MOBILISIERUNG: Der Begriff appelliert an archaische Gefühle von Zusammengehörigkeit und Identität. Dies dient dazu, Anhänger zu mobilisieren und eine vermeintliche "nationale Erneuerung" zu propagieren.
4. REVISIONISMUS: Durch die positive Konnotation des Begriffs wird versucht, die NS-Vergangenheit zu relativieren und eine "normale" nationale Identität zu konstruieren. Dies dient dazu, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu verdrängen.
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