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„Meine Ehre heißt Treue"
NS-kontaminiertVon: Schutzstaffel (SS)
Datum: 1931
Nutzungshäufigkeit
„Meine Ehre heißt Treue"
Einordnung
Für diesen Begriff ist das typische Doppel-Gipfel-Muster (NS-Zeit → tabuisiert → Reaktivierung) in den Nutzungsdaten nicht eindeutig nachweisbar. Die Aufnahme stützt sich stattdessen auf die historische Provenienz, belegte Einzelverwendungen oder die ideologische Funktion — siehe Abschnitte „Hintergrund" und „Strategische Funktion".
Hintergrund„Meine Ehre heißt Treue“ war der Wahlspruch der Schutzstaffel (SS), einer zentralen Organisation des NS-Regimes, die für zahlreiche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich war. Der Ursprung des Satzes wird Adolf Hitler unmittelbar zugeschrieben. Erstmals tauchte der Spruch 1931 im Zusammenhang mit der SS auf und wurde rasch zu einem Symbol bedingungsloser Gefolgschaft und Loyalität gegenüber Hitler und dem NS-Regime. Die SS instrumentalisierte den Begriff der Ehre, um ihre Mitglieder zu blindem Gehorsam und zur Ausführung selbst unmenschlicher Befehle zu bewegen. Nach 1945 wurde der Spruch aufgrund seiner engen Verbindung zum NS-Regime und den von der SS begangenen Verbrechen diskreditiert. Dennoch findet er bis heute Verwendung in rechtsextremen Kreisen, die damit an die NS-Ideologie anknüpfen und die Verbrechen der SS verharmlosen oder rechtfertigen wollen. Die Verwendung des Spruchs dient somit der Identitätsstiftung und Abgrenzung gegenüber der demokratischen Gesellschaft.
KontextDer Spruch wurde ab 1931 von der SS als Motto verwendet und fand sich auf Dolchen und Koppelschlössern der SS-Männer. Er diente der bedingungslosen Loyalität zum Führer.
Einordnung
Der Spruch ist untrennbar mit der SS und dem NS-Regime verbunden. Seine Verwendung impliziert eine Verharmlosung oder Befürwortung der NS-Ideologie und der von der SS begangenen Verbrechen. (Quelle: MDI RLP Broschüre Symbole und Kennzeichen im Rechtsextremismus; Politische Bildung Brandenburg: Grussformen und Losungen)
Strategische Funktion
1. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Der Spruch dient als Erkennungszeichen und zur Identitätsstiftung innerhalb rechtsextremer Kreise. Er signalisiert eine gemeinsame Ideologie und Abgrenzung gegenüber der Mehrheitsgesellschaft.
2. RECHTFERTIGUNG VON GEWALT: Durch die Verknüpfung von Ehre und Treue wird die Bereitschaft zu Gewalt und die Ausführung unmenschlicher Befehle gerechtfertigt. Dies untergräbt die ethischen Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft.
3. GESCHICHTSREVISIONISMUS: Die Verwendung des Spruchs dient der Verharmlosung oder Leugnung der NS-Verbrechen. Dies verzerrt die historische Realität und gefährdet die Erinnerungskultur.
Quellen & Belege
MDI RLP — Broschüre Symbole und Kennzeichen im Rechtsextremismus (PDF) Politische Bildung Brandenburg — Grussformen und Losungen (Web) KAS — Die „White Supremacy“-Nazis in Deutschland: „Blood & Honour“ und „Hammerskins“ (Web) Beratungsnetzwerk MV — Rituale und Symbole der rechtsextremistischen Szene (PDF) Vielfalt Mediathek — Übersicht rechtsextremer Tattoos (PDF) Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus bpb: Vokabeln im Nationalsozialismus Wikipedia: Glossary of Nazi Germany Spiegel Online: Wie die AfD unsere Sprache nach rechts verschiebt Focus Online: Nazi-Sprache Heuler Magazin: Redewendungen aus der Nazi-Zeit