„Jedem das Seine"
NS-kontaminiertNutzungshäufigkeit
Für diesen Begriff ist das typische Doppel-Gipfel-Muster (NS-Zeit → tabuisiert → Reaktivierung) in den Nutzungsdaten nicht eindeutig nachweisbar. Die Aufnahme stützt sich stattdessen auf die historische Provenienz, belegte Einzelverwendungen oder die ideologische Funktion — siehe Abschnitte „Hintergrund" und „Strategische Funktion".
Die NS-Belastung von "Jedem das Seine" ist durch seine Verwendung als Inschrift am Haupttor des Konzentrationslagers Buchenwald dokumentiert. Franz Ehrlich, ein Häftling und Bauhaus-Schüler, entwarf die Typografie der Inschrift. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) thematisiert die Problematik des lexikalischen NS-Erbes und die Weiterverwendung belasteter Begriffe wie "Jedem das Seine". Thorsten Eitz und Georg Stötzel behandeln den Begriff in ihrem "Wörterbuch der Vergangenheitsbewältigung". Victor Klemperer bemerkte bereits 1947 das Überleben sprachlichen Erbes des Dritten Reichs.