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Deutschland den Deutschen"

NS-Vokabular
Von: Unbekannt (NSDAP), Unbekannt (Pegida)
Datum: 1933 (NSDAP), 2014 (Pegida)

Nutzungshäufigkeit

Deutschland den Deutschen"
Das „Nazisprech"-Kriterium

Dieser Graph zeigt das Wiederaufleben eines historisch belasteten Begriffs: populär während der NS-Diktatur (1933–1945), nach 1945 tabuisiert, bis zur belegten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart. Dieses Doppel-Gipfel-Muster ist unser Kernkriterium.

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HintergrundDer Ausruf "Deutschland den Deutschen" ist eine nationalistische und rassistische Parole, die eine vermeintliche ethnische und kulturelle Homogenität Deutschlands propagiert und Minderheiten ausgrenzt. Ihren Ursprung hat die Parole im völkischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts, der eine exklusive Identität des deutschen Volkes konstruierte. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Slogan zu einem zentralen Element der NS-Propaganda und diente dazu, die Bevölkerung auf die Verfolgung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma sowie anderen Minderheiten einzustimmen. In jüngerer Zeit wird der Slogan vor allem von rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppierungen verwendet, um gegen Einwanderung und die vermeintliche Überfremdung Deutschlands zu hetzen.
KontextDie Parole "Deutschland den Deutschen" wurde von den Nationalsozialisten während ihres Aufstiegs zur Macht und in der Zeit des Nationalsozialismus als Slogan verwendet. Sie diente dazu, eine vermeintliche ethnische Reinheit Deutschlands zu propagieren und Minderheiten auszugrenzen. In der Nachkriegszeit tauchte der Slogan immer wieder im rechtsextremen Kontext auf, beispielsweise bei Demonstrationen und in der Propaganda. In jüngerer Zeit wurde die Parole unter anderem von Teilnehmern der Pegida-Demonstrationen verwendet, um gegen Einwanderung und die vermeintliche Islamisierung des Abendlandes zu hetzen. Die Verwendung des Slogans zielt darauf ab, ein Feindbild zu konstruieren und die Bevölkerung gegen Minderheiten aufzuhetzen. Die rassistischen Gesänge „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ im „Pony-Club“ auf Sylt im Jahr 2024 sorgten für bundesweite Diskussionen.
NS-Nachweis

Die Parole "Deutschland den Deutschen" ist eng mit der Ideologie des Nationalsozialismus verbunden. Sie diente dazu, die Bevölkerung auf die Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten einzustimmen und eine vermeintliche ethnische Reinheit Deutschlands zu propagieren. Historiker wie Ernst Piper (Deutschlandfunk Kultur) sehen in der Verwendung des Slogans eine Kontinuität völkischen Denkens, das Deutschland bereits im 20. Jahrhundert in eine Katastrophe geführt hat. Die Parole impliziert einen rassistischen Volksbegriff, der auf ethnische Reinheit zielt und keine Vielfalt duldet.

Strategische Funktion

1. AUSGRENZUNG: Die Parole dient dazu, eine klare Trennlinie zwischen "Deutschen" und "Nicht-Deutschen" zu ziehen und somit eine "Wir-gegen-Die"-Mentalität zu erzeugen. Dies schürt Ressentiments und Feindseligkeiten gegenüber Minderheiten.
2. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Durch die Betonung einer vermeintlichen gemeinsamen Identität der "Deutschen" soll ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugt werden, das jedoch auf Ausgrenzung basiert und somit spaltend wirkt.
3. NORMALISIERUNG RECHTEN GEDANKENGUTS: Die Verwendung der Parole trägt dazu bei, rassistische und nationalistische Ideologien in der öffentlichen Debatte zu normalisieren und somit die Grenzen des Sagbaren inakzeptabel zu verschieben.

Quellen & Belege

Deutschlandfunk Kultur – Wir sind das Volk: Vom Ruf nach Freiheit zur Hassparole Bundeszentrale für politische Bildung – Die Sprache am rechten Rand Hessisches Landesamt für Verfassungsschutz – Am Anfang war Rassismus: Über den Radikalisierungsweg des neonazistischen Mörders Stephan Ernst SPD-Fraktion im Bundestag – Zur Sache: Kein Platz für Nazis Vorwärts – Nach Eklat auf Sylt: Warum Ausländer-raus-Rufe allein nicht strafbar sind Deutscher Bundestag – Bericht über dieন্ম Tätigkeit des Verfassungsschutzes im Jahr 2022 Ministerium des Innern Rheinland-Pfalz – Symbole und Kennzeichen im Rechtsextremismus Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus bpb: Vokabeln im Nationalsozialismus Campact Blog: Nazi-Sprech WirtschaftsWoche: Nazi-Wörter Wikipedia: Sprache des Nationalsozialismus Geschichte Abitur: Sprache im Nationalsozialismus Chrismon: AfD-Sprache zeigt Nähe zum Rechtsextremismus Wikipedia: Glossary of Nazi Germany Spiegel Online: Wie die AfD unsere Sprache nach rechts verschiebt Esquire: Vorsicht, Nazi-Vokabular! Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Vortrag) Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3) bpb: Zehn Stigmavokabeln SRF Kultur: Wörter des Grauens Wikipedia: Nazi-Vergleich Babbel Magazin: Rassistische Wörter und Redewendungen Focus Online: Nazi-Sprache Deutschlandfunk: Die Sprache der AfD Rolling Planet: Vorsicht vor Wörtern aus der NS-Zeit Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe Zeit Online: NS-Rhetorik der AfD Heuler Magazin: Redewendungen aus der Nazi-Zeit
2 Personen mit 2 belegten Erwähnungen
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