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Bombenholocaust"

NS-Vokabular
Von: Holger Apfel1 (NPD), Udo Voigt (NPD)
Datum: 21. Januar 2005

Nutzungshäufigkeit

Bombenholocaust"
Das „Nazisprech"-Kriterium

Dieser Graph zeigt das Wiederaufleben eines historisch belasteten Begriffs: populär während der NS-Diktatur (1933–1945), nach 1945 tabuisiert, bis zur belegten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart. Dieses Doppel-Gipfel-Muster ist unser Kernkriterium.

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HintergrundDer Begriff "Bombenholocaust" entstand in den 2000er Jahren im rechtsextremen Milieu, insbesondere durch die NPD, um die Bombardierung Dresdens mit dem Holocaust an den Juden gleichzusetzen. Die NS-Propaganda unter Joseph Goebbels versuchte bereits 1945, die Zerstörung Dresdens für ihre Zwecke zu nutzen, indem sie falsche Opferzahlen verbreitete und die Stadt als unschuldig darstellte. Nach 1945 wurde die Erinnerung an Dresden in der DDR politisch instrumentalisiert, um ein Bild von deutschen Opfern zu zeichnen. In den 1990er Jahren griffen Neonazis diese Propaganda auf und inszenierten Aufmärsche. Heute wird der Begriff vor allem von rechtsextremen Akteuren verwendet, um eine geschichtsrevisionistische Erzählung zu verbreiten und die deutsche Opferrolle zu betonen.
KontextDer Begriff "Bombenholocaust" wird vor allem im Kontext des Gedenkens an die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 verwendet. Rechtsextreme Gruppierungen wie die NPD instrumentalisieren diesen Tag, um eine vermeintliche deutsche Opferrolle zu konstruieren und die NS-Verbrechen zu relativieren. So trugen Akteure der Partei "Die Rechte" am 13. Februar 2022 ein Banner mit der Aufschrift "Bombenholocaust". Die Staatsanwaltschaft Dresden stellte ein Verfahren ein, was zu Kritik führte. Der Begriff wird genutzt, um die Bombardierung Dresdens mit dem Holocaust gleichzusetzen und somit die Einzigartigkeit des Holocaust zu verharmlosen.
NS-Nachweis

Der Begriff "Bombenholocaust" ist zwar nicht direkt im Nationalsozialismus entstanden, wird aber durch die Gleichsetzung der Bombardierung Dresdens mit dem Holocaust in den Kontext der NS-Ideologie gestellt. Die bewusste Verwendung des Wortes "Holocaust" dient dazu, die Singularität des NS-Völkermords zu relativieren und zu verharmlosen. Diese Strategie der Geschichtsrevision wird in der Forschung als Versuch der Täter-Opfer-Umkehr analysiert. Die Instrumentalisierung von Leid zur Verharmlosung des Holocaust ist ein bekanntes Muster rechtsextremer Ideologie.

Strategische Funktion

1. OPFERMYTHOS: Der Begriff dient dazu, einen deutschen Opfermythos zu konstruieren, indem die Bombardierung Dresdens mit dem Holocaust gleichgesetzt wird. Dies soll von der deutschen Schuld am Zweiten Weltkrieg und den NS-Verbrechen ablenken.
2. GESCHICHTSREVISIONISMUS: Durch die Relativierung des Holocaust wird eine geschichtsrevisionistische Erzählung verbreitet, die darauf abzielt, die deutsche Geschichte umzudeuten und die NS-Zeit zu verharmlosen.
3. EMOTIONALE MOBILISIERUNG: Der Begriff appelliert an Emotionen wie Trauer und Wut, um Anhänger zu mobilisieren und eine vermeintliche Solidarität mit den Opfern von Dresden zu erzeugen. Dies dient dazu, rechtsextreme Ideologien zu verbreiten und zu verankern.
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